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Constanze Mozart

Wissenswertes zu Constanze Weber - die Frau an Mozarts Seite

Constanze Mozart
Constanze Mozart; © The Hunterian University of Glasgow 2011

Die Nachwelt verdankt letztendlich zu einem großen Teil Mozarts Ehefrau Constanze geb. Weber das musikalische Erbe ihres Gatten. Sie machte ihn zu dem wohl größten Komponisten aller Zeiten.

Mozart-Biographen haben Constanze Mozart geb. Weber lange als dummes Weibchen dargestellt, das Mozart nicht ebenbürtig gewesen sei. In Wirklichkeit war die am 5. Januar 1762 in Zell im Wiesental, seinerzeit Vorderösterreich, geborene Constanze Weber jedoch eine gute Musikerin mit einer wendigen Sopranstimme.

„Niemand ist mit seinem Weib so glücklich wie ich.“

 W. A. Mozart

Constanze teilte mit Mozart musikalische Interessen und ordnete seine maroden Finanzen. Sie kochte ihm Punsch und Kaffee, wenn er die Nächte komponierend verbrachte. Sie nahm großen Anteil an der Entstehung seiner Werke und organisierte für ihn Konzerte. „Wenn Mozart 1777 auf seinen Vater gehört und Mannheim ignoriert hätte, wäre die Musikgeschichte anders verlaufen. Im Hause Weber trat jedoch ein Phänomen in sein Leben, dem er sich später als Komponist exemplarisch widmete: die Liebe. Die Weber-Schwestern waren es, die Mozarts Genie mit jeder erdenklichen Herzlichkeit und Treue begleiteten.“

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Als Mozart Ende 1777 an die Tür der Familie Weber in Mannheim klopfte, war Constanze 15 Jahre alt. Fridolin Weber, der einstige Zeller Amtmann, war wegen Rechtsstreitigkeiten mit seinem Dienstherrn, dem Baron von Schönau-Zell, mit seiner Familie nach Mannheim gezogen, wo er war als Notenkopist, Souffleur und Bassist in der berühmten Hofkapelle tätig war. In der Erziehung aller seiner vier in Zell geborenen Töchter Josepha, Aloysia, Constanze und Sophie nahm die Musik einen großen Platz ein. Mozart verliebte sich zunächst in Constanzes damals 17-jährige Schwester Aloysia und ihre außergewöhnlichen Stimmqualitäten.

Seine Pläne, mit Fridolin Weber und seinen Töchtern Aloysia und Josepha auf einer Tournee durch Italien eine Opernkarriere zu beginnen, wurden vom Vater jäh durchkreuzt. Auf dessen Befehl zog Mozart nach Paris weiter. Aloysia, inzwischen in München als Hofsängerin engagiert, verlor das Interesse an ihm.

Als Mozart in München und darauf in Wien wieder auf die Familie Weber traf, begann die Liebesbeziehung mit Constanze, die zur Hochzeit im August 1782 führte. Mit Constanze Weber erlebte Mozart seinen künstlerischen Höhenflug.

Constanze ließ sich auf einen kleinen, blassen Komponisten mit von Pocken gezeichnetem Gesicht ein, der wenig Aussicht auf Erfolg hatte, derbe und grobe Späße liebte wie ausgefallene Kleider – auf einen rastlosen, arbeitswütigen Künstler mit Ticks, der auch noch wenig realitätstüchtig war und dessen Vater sie ablehnte. Dennoch war die über neun Jahre dauernde Ehe der beiden glücklich. Der irische Tenor O’Kelly erwähnte Constanze in seinen Memoiren als Mozarts Frau, die dieser leidenschaftlich liebte. Constanze brachte sechs Kinder zur Welt, von denen nur zwei überlebten: Carl Thomas und Franz Xaver Wolfgang. Mozarts Ehe mit Constanze Weber war überschattet von andauernden finanziellen Nöten, bedingt durch Mozarts Freigebigkeit und Spielleidenschaft wie durch Constanzes Kuren, die wegen eines schweren Venenleidens vonnöten waren.

Mozarts Leben und das Leben der ganzen Familie Weber war auf schicksalshafte Weise miteinander verbunden: Er komponierte nicht nur für Constanze, sondern auch für ihre Schwestern Josepha und Aloysia, die er zu den bedeutendsten Interpretinnen seiner Werke machte. In den Armen von Constanzes jüngster Schwester Sophie starb Mozart 1791.

„Ach gut, liebe Sophie, dass Sie da sind, Sie müssen heute Nacht dableiben, Sie müssen mich sterben sehen!“

W. A. Mozart

Neben Stapeln seiner Werke hinterließ Mozart Constanze auch einen Haufen Schulden. Trotz ihrer Not hütete sie sorgfältig all seine Kompositionen, um zu verhindern, dass sie unbekannt in alle Welt verstreut wurden. Später erst ließ sie diese gesammelt als Mozarts Werke veröffentlichen, veranstaltete zur Erinnerung an Mozart Konzerte, in denen sie als Solistin auftrat und ging mit ihrer Schwester Aloysia auf große Tournee. Mit ihrem zweiten Ehemann, dem dänischen Diplomaten Georg Nicolaus von Nissen, mit dem sie zehn Jahre in Kopenhagen lebte, schrieb sie in Salzburg Mozarts erste Biografie.

Der Londoner Musikverleger und Musiker Vincent Novello rühmte 1829 bei einem Besuch in Salzburg in seinem Reisetagebuch die „guten und einnehmenden Manieren“ der damals 67-jährigen Witwe Mozarts. Sie sei „ungezwungen wie jemand, der sich viel in der Gesellschaft umgetan und die Welt kennengelernt hat“.

Constanze Mozart geb. Weber starb am 6. März 1842 in Salzburg und liegt dort begraben.

Zur Erinnerung an die berühmte Tochter der Stadt hat die in Zell geborene Autorin Heidi Knoblich den historischen Roman „Constanze Mozart geb. Weber“ geschrieben und initiiert und organisiert mit der Veranstaltungsreihe „Webers Reigen“ Konzerte, Inszenierungen und Vorträge.

Auf Heidi Knoblichs Anregung hat der Rosenzüchter W. Kordes' Söhne zu Frau Mozarts 250. Geburtstag eine Duft-Beetrose gezüchtet, die im Sommer 2012 von Gräfin Bernadotte auf der Insel Mainau auf den Namen „Constanze Mozart“ getauft wurde. Auf ihre Idee geht auch die „Constanze-Mozart-Seife“ der Firma Florex sowie die „Constanze-Mozart-Bibliothek“ und der „Zauberflöten-Pavillon“ im Zeller Stadtgarten zurück.

Durch die Zeller Innenstadt führt der Constanze-Mozart-Boulevard: Auf zwölf in das Trottoir eingelegten Steinplatten sind die wichtigsten Lebensdaten von Constanze aufgeführt – eine Hommage an die Frau des Musikgenies. 

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