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Pfaffenberg

Der Ortsteil Paffenberg

Der Erholungsort Pfaffenberg mit den Weilern Helblingsmatt und Biegmatt-Hof liegt in 683 Metern Höhe auf einem Bergsporn am Ortsabhang des Zeller Blauen. Der Ortsteil Käsern liegt in einem Hochtal zwischen Bubshorn und Zeller Blauen in 900 m Höhe. Die Gemarkungsgröße umfasst 381 Hektar, davon 148 ha Wald. Der Ortsname ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf Besitztümer des damaligen Männerklosters Säckingen, der „Pfaffen“ zurückzuführen. Die älteste bisher bekannte Urkunde stammt aus dem Zinsrodel von 1439, wo zu lesen ist: item die von Pfaffenberg gent ein viertel von ihrem gut, item 15 dn von barcz gut. Item Hencz Keller git 11 dn von glünstigs gut. Auf einen früheren Bestand des Dorfes weist eine Bannbeschreibung von 1374 in Urbar des Klosters St. Blasien hin. Dort heißt es unter anderem: die vahent an by des pfaffenwäge (Mündung des Pfaffenbaches) und gang den Pfaffenbach unz und an den vockenbrunnen, von vockenbrunnen uff untz des keszeres hübhorn, von dem hünhorn die egg uff und an die schneeschlaipfi uff zu Käszeren“… Käsern ist schon in einem Schönauer Rodel von 1294 erwähnt. Der Ortsname ist sicherlich auf die Käsezinsen zurückzuführen, die abgelegene Orte statt anderer schneller verderblicher Lebensmittel an das Kloster abzuführen hatten.

Eine weitere Erwähnung befindet sich 1321 in einer Jahrzeitstiftung für den Johannisaltar in Säckingen. Ein „ Billich von Käserim“ stiftete damals 2 Schilling und 6 Pfennig von seinen Gütern. 1790 hatte der Ort neun Häuser, 70 Einwohner, eine eigene Schule und einen Stabhalter. 1850 waren durch Brände, Missernten und Abwanderung fünf Hofstellen aufgelassen. Die einst am Käsern-Hof befindliche Antoniuskapelle ist dadurch in Abgang geraten. 1958 standen nur noch drei Häuser. Zwischenzeitlich sind es wieder mehr geworden.

Pfaffenberg
Pfaffenberg
Pfaffenberg
Pfaffenberg

Kirchlich gehörte Pfaffenberg bis 1942 zur Pfarrei Zell, danach zur Pfarrei Atzenbach. Eine Schule ist in Pfaffenberg infolge des Verlustes alter Akten beim Zeller Stadtbrand erst seit 1811 nachweisbar. Nachdem jedoch in Käsern 1790 schon Schulunterricht gehalten wurde, dürfte auch eine Schulstube in Pfaffenberg ähnlich wie in anderen Dörfern in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vorhanden gewesen sein. 1832 erbaute die Gemeinde ein eigenes Schul- und Rathaus, dass nach dem Dorfbrand neu aufgerichtet wurde.
1964 errichtete die Gemeinde ein , der Zeit entsprechendes Schulhaus. Seit der Schulreform von 1975 besuchen die Pfaffenberger die Grundschule in Atzenbach und die Hauptschule in Zell. Das Schulhaus wurde danach Rathaus und Gemeindezentrum. Das alte Schul- und Rathaus fiel 1984 dem Zahn der Zeit zum Opfer.

Der Weiler Helblingsmatt ist erstmals im Weitenauer Zinsrodel von 1344 genannt. Dort heißt es: „In Kesseren, dictus H. Billung 4ß in festo Joh´is von dem Blowen und von helwigen matten sind 4 tawen matten und von anderen güttern so dazu gehört die hensli Billung warent ist vellig ruedi Erler.
Der eingegangene Weiler Hellbühl bestand 1837 noch aus drei Gehöften. 1916 brannte dort der letzte Hof völlig ab. Die heute noch bestehende Hofstätte Biegmatt war bis zum Beginn der 1950er Jahre eine Mühle. Der Name deutet auf eine Matte hin, die sich in Richtung Fröhnd hin wendet, also umbiegt, entsprechend dem Gewannamen: „ auf der Biege“. Auch für Pfaffenberg entspricht die historische Entwicklung bis zur Selbstständigkeit im Jahre 1811 der von Dorf und Dinghof, bzw. der Vogtei Zell. Die Bevölkerung lebte damals hauptsächlich von der Landwirtschaft, einigem Handwerk und Gewerbe. Um 1800 gab es 15 Weber, 2 Salpetersiedler und einen Wagner. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde „ Blauengranit“, ein grobkörnig, bläulich schimmerndes Gestein, in Steinbrüchen abgebaut. In diesem Zusammenhang entstand im Dorf eine Steinsäcke zum zuschneiden der Blöcke.

Wappen Pfaffenberg
Wappen Pfaffenberg

Wie überall im Schwarzwald litt die Dorfbevölkerung 1816 und 1848/49 unter Missernten und Hungersnot. Zu allem Unglück brach am 12. August 1848 ein Brand aus, der fast das ganz Dorf in Schutt und Asche legte. Die Jahreszahl 1850 auf verschiedenen Schlusssteinen zeugt von einem raschen Wiederaufbau. Heute besteht neben der Landwirtschaft, die ausschließlich im Nebenerwerb betrieben wird, das 1898 gegründete in Familienbesitz befindliche Gasthaus Schlüssel, die Pension Herzog, ein kunsthandwerklicher Betrieb und eine kleine Käserei. Eine Anzahl von Fremdenzimmern und Ferienwohnungen gibt dem als Erholungsort ausgewiesene Dorf zusammen mit der hochbewerteten Gastronomie gute Impulse für den Fremdenverkehr. 

Die Feuerwehrabteilung Pfaffenberg ist mit einem TS-8 Hänger ausgerüstet. Sie hatten schon 1836 als Löschmannschaft, genannt die „Wilden“, ihre Unterkunft im Schulhaus. Ihr größter Einsatz schon in frühen Jahren war die Sicherung der Au beim Mambacher Dorfbrand 1870. Nach Abbruch des alten Schulhauses wurde mit umfangreicher Eigenleistung der Wehrmänner im Jahr 1985 ein stattliches Feuerwehrhaus an dessen Stelle errichtet. Es besteht ein sehr aktiver Gesangsverein, der über das Dorf hinaus als anerkannter guter Klangkörper bei Veranstaltungen jeglicher Art gerne gesehen ist. Weiterhin gibt es eine eigene Abteilung des Landschaftspflegevereines Zeller Bergland.
Während der Gemeindereform 1975 wurde Pfaffenberg in die Stadt Zell eingegliedert. 

Das Pfaffenberge Wappen wurde auf Vorschlag des Generallandesarchives 1902 angenommen. Es zeigt auf schwarzem Grund den goldenen Krummstab der Äbtissin von Säckingen und zwei goldene Ringe, die dem Wappen der Freiherren von Schönau entnommen sind. Beide Symbole sind Hinweise auf die einstige Grundherrschaft.

Weitere Information über Pfaffenberg finden Sie auf der Homepage www.pfaffenberg.de.

Vereine in Pfaffenberg

Ferienregion SÜDWÄRTS Zeller Bergland Tourismus e.V. Naturpark Südschwarzwald KONUS Schwarzwald Tourismus GmbH

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